07E2:

Jesus verkündet mit Helfern das Evangelium auch in Galiläa und im Norden Palästinas

Jesus gelang es, eine ganze Reihe seiner Freunde und Bekannten für sein Vorhaben zu gewinnen: Bevor Gott persönlich erscheine, wolle dieser, dass alle erreichbaren Juden von dem Nahen ihres Gottes und seines Reiches informiert und zu Umkehr und Buße aufgerufen werden, also ihnen das "Evangelium" (= "die frohe Botschaft") verkündet werde, - auch den Juden in Galiläa und auch den jüdischen Gemeinden in den hellenisierten Städten im Norden Palästinas. Da der Prophet Johannes jetzt leider durch seinen Landesherrn ausgeschaltet blieb, müssten andere für ihn einspringen und sein Werk vollenden. Und da das Reich Gottes bereits angebrochen sei, gelte es, den Kampf gegen die Mächte der Finsternis entschlossen aufzunehmen. Das, so macht Jesus ihnen klar, sei das Gebot der Stunde und in den Augen ihres Gottes höchst verdienstvoll: Jesus verspricht ihnen, wenn sie alles verlassen und ihm nachfolgen (Mk 10,28), reiche Entlohnung (Mk 10,30): "[...] er [wird] Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten [...] und in der kommenden Welt das ewige Leben." In der göttlichen Hierarchie erwarteten sie Logenplätze, ja, vielleicht würde Gott sie sogar als wichtige Helfer im Endgericht einsetzen (s. Mk 9,33/34 und Mk 10,35-37).
Damit konnte sie Jesus für seine Mission gewinnen und sie schlossen sich ihm an, insbesondere, wo Jesus ihnen versprochen hatte, dass die Endzeit beim kommenden Pessachfest sichtbar vor aller Augen beginnen werde. - Was er ihnen verschwiegen hatte, war, dass ihre Tour de Israel mit seiner Kreuzigung in Jerusalem enden würde. Hätte ihnen Jesus das schon von Anbeginn an gesagt, - er wäre wohl alleine losmarschiert. Und da er zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht völlig sicher war, ob ihn Gott tatsächlich als Messias ausersehen hatte, bewahrte er auch darüber Stillschweigen. Damit nahm Jesu Zug mit seinen Jüngern und bald auch mit seinen Anhängerinnen durch Palästina seinen Lauf.
Die Nazoräer, seine alten Genossen, hielten nicht nur weiter Kontakt untereinander und wurden von der palästinischen Öffentlichkeit weiterhin als Gruppe wahrgenommen (s. Mk 2,18; 6,29), sie verfolgten auch aufmerksam Jesu Zug: einmal, um ihn vielleicht doch noch vor seiner beabsichtigten Kreuzigung und seinem Tod bewahren zu können, zum anderen: Wer weiß, vielleicht hatte er ja doch Recht und alles kam so, wie er es erwartete - und dann konnte man an seiner Seite, an der Seite des Messias im Endkampf mitkämpfen.
Nachdem Jesus mit der Verkündigung des Evangeliums auch in Galiläa und im Norden Palästinas zusammen mit zwölf Helfern das Werk seines verhafteten Meisters Johannes zu Ende geführt hatte, zog er mit diesen Helfern und einigen Anhängerinnen im Jahr 30 n. Chr. zum Pessachfest nach Jerusalem.

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